bann die angst! – sole noir

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Globale Welt*

Peter sagt, er sei total verliebt in diese Welt
Peter sagt, er nimmt die Welt, weil sie ihm gut gefällt
Rüdiger sagt, die Politik hat die Entscheidung getroffen Deutschland zu fluten
Rüdiger sagt, wenn die Kanzlerin sagt, Deutschland wird sich verändern, möchte ich gefragt werden

Ja manchen gefällt die Welt, manchen bricht das Herz entzwei und wir sagen ja zur globalen Welt, und wir sagen ja zur globalen Welt

Rüdiger sagt, wenn wir ehrlich sind war Europa meist aus zwei Gründen gut
Rüdiger sagt, dem Euro und der Reisefreiheit
Rüdiger sagt, der Euro ist ein Kapitel für sich und die Reisefreiheit ist nicht mehr grenzenlos
Rüdiger sagt, es bleibt ja nichts mehr übrig, als die Binnengrenzen zu errichten, wenn die Außengrenzen nicht mehr halten

Ja manchen gefällt die Welt, manchen bricht das Herz entzwei und wir sagen ja zur globalen Welt, und wir sagen ja zur globalen Welt

Rüdiger sagt, all unsere Gesetze sind Schönwettergesetze und die sind jetzt ausgehebelt
Rüdiger sagt, die Asylanten fliehen ja nicht mehr, sondern kommen aus Flüchtlingslager
Rüdiger sagt, Flüchtlingslager wo sie zunächst in Sicherheit waren
Rüdiger sagt, wenn sie zu uns kommen sind sie genau genommen Einwanderer

Ja manchen gefällt die Welt, manchen bricht das Herz entzwei und wir sagen ja zur globalen Welt, und wir sagen ja zur globalen Welt

Rüdiger sagt, jetzt rächt sich, dass wir nie eine vernünftige Debatte zur Leitkultur hatten
Rüdiger sagt, also zum Beispiel, dass unsere Verfassung über der Scharia stehen muss.
Rüdiger sagt, dass Grundsätze und Werte wie Gleichberechtigung unantastbar sind.
Rüdiger sagt, selbst in einer Wohlfühlgesellschaft muss darüber gesprochen werden, in welche Kultur integriert werden muss.

Ja manchen gefällt die Welt, manchen bricht das Herz entzwei und wir sagen ja zur globalen Welt, und wir sagen ja zur globalen Welt

Rüdiger sagt, eine Gesellschaft muss doch entscheiden dürfen wer rein kommt und wer nicht
Rüdiger sagt, eine Gesellschaft muss doch entscheiden dürfen wer rein kommt und wer nicht
Petra sagt, sie sei total verliebt in diese Welt
Petra sagt, sie nimmt die Welt weil sie ihr gut gefällt

Wir sind okay und wir sagen ja zur globalen Welt
Wir sind okay und wir sagen ja zur globalen Welt
Wir sind okay und wir sagen ja zur globalen Welt
Wir sind okay und wir sagen ja zur globalen Welt

*Text und Melodie, F.S.K., Moderne Welt, Textteile von Rüdiger aus: Rüdiger Safranski ,
„Deutschland fluten? Da möchte ich gefragt werden“,
http://www.welt.de/politik/deutschland/article146941915/Deutschland-fluten-Da-moechte-ich-gefragt-werden.html, 14.12.2015
**Im Oktober publizierte Botho Strauss im Spiegel (41/2015) einen Text, der viel diskutiert wurde.
Alle Zitate von B sind diesem Text entnommen, der unter http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-139095826.html nachzulesen ist.

 

Singspiel A: Countertenor, B: Botho Strauss alias Der letzte Deutsche**
I.
A: Åber…
B: Manchmal habe ich das Gefühl…
A: … heidschi bumbeidschi,
B: … nur bei den Ahnen noch unter Deutschen zu sein.
A: schlåf långe,
B: Ja, es ist mir, als wäre ich …
A: es is jå dein Muatter ausgånga;
B: … der letzte Deutsche.
A: sie is jå ausgånga und kimmt neamer hoam
B: Ein in heiligen Resten wühlender …
A: und låßt dås kloan Biabele gånz alloan!
B: … Stadt-, Land und Geiststreicher.
A: Åber heidschi bumbeidschi bum bum,
åber heidschi bumbeidschi bum bum.
II.
B:  Ich bin ein Subjekt der Überlieferung. Der letzte Deutsche, dessen Empfinden und Gedanken verwurzelt ist…
A: Åber heidschi bumbeidschi, schlåf siaße,
B: … in der geistigen Heroengeschichte von Hamann bis Jünger,
A: die Engelen låssn di griaßn!
B: … von Jakob Böhme bis Nietzsche, von Klopstock bis Celan.
A: Sie låssn di griaßn und låssn di frågn,
B: Was aber Überlieferung ist, wird eine Lektion, …
A: ob du in’ Himml spaziern willst fåhrn.
B: … vielleicht die wichtigste, die uns die Gehorsamen des Islam erteilen.
A: Åber heidschi bumbeidschi bum bum,
åber heidschi bumbeidschi bum bum.
III.
A: Åber …
B: Man wird verdrängt…
A:  heidschi bumbeidschi, in’ Himmel,
B: … nicht mehr von avantgardistischen Nachfolgern,
A: då fåhrt di a schneeweißer Schimml,
B: … sondern von grundsätzlich amusischen Andersgearteten, Islamisten, Mediasten, Netzwerkern, Begeisterten des Selbst.
A: drauf sitzt a kloans Engei mit oaner Låtern,
B: Hüter und Pfleger der Nation in ihrer ideellen Gestalt zu sein:
A: drein leicht’ von’ Himml der ållerschenst Stern.
B: Glaube fest daran – und du wirst zur komischen Figur.
A: Åber heidschi bumbeidschi bum bum,
åber heidschi bumbeidschi bum bum.
IV.
B: Ich möchte eher in einem aussterbenden Volk leben als in einem, das aus vorwiegend ökonomisch-demografischen Spekulationen mit fremden Völkern aufgemischt, verjüngt wird, einem vitalen.
A: Und der Heidschi bumbeidschi is kumma
B: Die Sorge ist, dass die Flutung des Landes mit Fremden…
A: und håt ma mein Biable mitgnumma;
B: … eine Mehrzahl solcher bringt, die ihr Fremdsein auf Dauer bewahren und beschützen.
A: er håt ma’s mitgnumma
B: Oft bringt erst eine intolerante Fremdherrschaft …
A: und håts neamer bråcht,
B: … ein Volk zur Selbstbesinnung. Dann erst wird Identität wirklich gebraucht.
A: drum winsch i mein’ Biaberl a recht guate Nåcht!
B: Dank der Einwanderung der Entwurzelten wird endlich Schluss sein
A: Åber heidschi bumbeidschi bum bum,
B: … mit der Nation und einschließlich einer Nationalliteratur.
A: åber heidschi bumbeidschi bum bum.

 

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